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Das ändert sich 2022 bei Versicherungen, Steuern und für Arbeitnehmer
27.12.2021 / impuls

Mit dem neuen Jahr kommen wieder viele Neuerungen auf uns zu. Das ändert sich 2022 bei Versicherungen, Arbeitnehmern und Steuern

Änderungen 2022 für Versicherte: 

Kfz-Versicherung: Neue Typ- und Regionalklassen

Ab 2022 profitieren rund 4,3 Millionen Autofahrer in der Kfz-Haftpflichtversicherung von besseren Typklassen, für über sieben Millionen gelten dann höhere Einstufungen. Nur für wenige Modelle geht es um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten.

In der Regionalklasse können sich im neuen Jahr rund 4,2 Millionen Autofahrer auf eine bessere Einstufung in der Kfz-Haftpflichtversicherung freuen, rund 5 Millionen Fahrer werden heraufgestuft.

Basis-(Rürup) Rente: Höherer Beitrag absetzbar

Beiträge in eine Basis-Alters­vorsorge, wie die Rürup-Rente oder Beiträge in die gesetzliche Renten­versicherung, gelten steuerlich als Sonder­ausgaben und verringern die Steuerlast.

2022 können Allein­stehende bis zu 25 639 Euro für ihre Alters­vorsorge mit dem Finanz­amt abrechnen, für Ehepaare gilt das Doppelte. 2022 können Steuerzahlende davon 94 Prozent ansetzen - Allein­stehende also 24 101 Euro.  

Ab dem Jahr 2025 kann der ganze maximale Betrag steuerlich geltend gemacht werden.

Betriebliche Altersvorsorge (bAV) und Betriebsrenten

Ab 2022 tritt die nächste Stufe des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) in Kraft. Der Arbeitgeberzuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge wird auch für vor 2019 abgeschlossene Altverträge zur Pflicht. Wer über eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Entgeltumwandlung verfügt, hat ab 2022 ein gesetzliches Anrecht auf einen Zuschuss vom Arbeitgeber in Höhe von 15 Prozent, wenn der Arbeitgeber Sozialbeiträge einspart. Bisher galt die Zuschusspflicht nur für ab 2019 abgeschlossene Neuverträge.

Senkung des Höchstrechnungszinses (Garantiezins)

Der Höchst­rechnungs­zins – auch Garan­tiezins genannt – ist der Zins­satz, den Versicherungs­unternehmen ihren Kunden maximal auf den Spar­anteil im Beitrag zusagen dürfen. Ab Januar 2022 sinkt der Höchst­rechnungs­zins von 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent.

Betroffen sind Neuverträge bei Lebens- und Renten­versicherungen, Pensions­kassen und Pensions­fonds. Auch bei Neuabschlüssen von staatlich geförderten Riester- oder Rürup-Versicherungen sinkt die garan­tierte Verzinsung.

Kranken- und Pflegeversicherung 

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) wird jedes Jahr an die Einkommensentwicklung angepasst. Ab 2022 bleibt die BBG in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unverändert konstant und beläuft sich auf jährlich 58.050 EUR (monatlich 4.837,50 Euro). Über die Grenzwerte hinausgehende Einkünfte sind beitragsfrei.

Der GKV-Höchstbeitrag beträgt bei unverändert 15,9 Prozent Beitragssatz (inklusive weiterhin 1,3 Prozent durchschnittlichem Zusatzbeitrag) bundesweit unverändert 769,16 Euro.

Die Versicherungspflicht-Grenze in der privaten Krankenversicherung (PKV) steigt erstmals nach über einem Jahrzehnt nicht wie sonst üblich an, sondern bleibt auf dem Niveau von 2021. Damit wird der Wechsel in die PKV im kommenden Jahr nicht weiter erschwert und bleibt ab einem monatlichen (jährlichen) Bruttoeinkommen von mehr als 5.362,50 (64.350) Euro möglich. Auch der Arbeitgeberzuschuss für privat Krankenversicherte bleibt unverändert.

Der Beitragszuschlag auf die Pflegepflichtversicherung für Kinderlose in der GKV wird von 0,25 Prozent auf 0,35 Prozent erhöht. Dieser Zuschlag ist vom Versicherten allein zu tragen – er erhält keinen Zuschuss von seinem Arbeitgeber.

Corona-Zuschlag private Pflegepflichtversicherung

2022 erheben Private Krankenversicherer einen Zuschlag für die private Pflegepflichtversicherung. Monatlich müssen privat Krankenversicherte 3,40 Euro bzw. Beihilfeberichtigte 7,30 Euro zusätzlich zum eigenen Beitrag für die Pflegeversicherung zahlen. Der Zuschlag dient der Finanzierung pandemiebedingter Mehrausgaben und ist gesetzlich begrenzt bis zum 31. Dezember 2022.

Coronabedingte Sonderregeln

Der flexiblere Einsatz des Entlastungsbetrages bei Pflegegrad 1 zur Sicherstellung der Versorgung sowie die Möglichkeit der Kostenerstattung in Höhe der ambulanten Pflegesachleistungs-Beträge bei Pflegegrad 2 bis 5 bleibt befristet erhalten.

Ebenso bleiben die Flexibilisierungen bei Familienpflegezeit und Pflegezeit befristet bestehen.

Verlängert bis Ende März wurde darüber hinaus auch der Anspruch auf coronabedingtes Pflege-Unterstützungsgeld für bis zu 20 Arbeitstage.

Ebenfalls verlängert wurde die pandemiebedingte Sonderregelung für Kinderkrankengeld. Dieses kann auch 2022 grundsätzlich für 30 statt zehn Tage (bei Alleinerziehenden 60 statt 20 Tage) je versichertem Kind in Anspruch genommen werden.

 

Das ändert sich 2022 bei Arbeitnehmern, Ausbildung und Steuern:

Auf Arbeitnehmer kommen wieder einige Änderungen zu. Unsere Übersicht zeigt die wichtigsten Neuheiten:


Gesetzlicher Mindestlohn wird erhöht 

Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 1. Januar 2022 brutto von 9,60 auf 9,82 Euro je tatsächlich geleisteter Arbeitsstunde erhöht. Zum 1. Juli winkt dann planmäßig eine weitere Erhöhung auf 10,45 Euro pro Stunde.

Höhere Ausbildungsvergütung 

Ein höherer Lohn erwartet auch viele Azubis, die 2022 ihre Ausbildung beginnen: Die gesetzlich festgeschriebene Mindestausbildungsvergütung steigt von 550 Euro auf 585 Euro brutto pro Monat. Danach erhöht sie sich wie folgt:

- im 2. Ausbildungsjahr: plus 18 Prozent
- im 3. Ausbildungsjahr: plus 35 Prozent
- im 4. Ausbildungsjahr: plus 40 Prozent 

Corona-Bonus vom Arbeitgeber 

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können noch bis zum 31. März 2022 einen Corona-Bonus von ihrem Arbeitgeber erhalten. Dabei sind Zahlungen bis zu 1.500 Euro drin – und zwar steuerfrei. Das Geld muss zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden und soll u.a. die zusätzliche Belastung durch die Coronakrise abmildern.

Elektronische Krankmeldung ab Juli 2022

Bereits seit 1. Oktober 2021 wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) von Arztpraxen digital an die Krankenkassen übermittelt (Übergangsfrist für die Umstellung bis 31. Dezember).

Ab 1. Juli 2022 soll die Krankschreibung dann auch elektronisch an den Arbeitgeber übermittelt werden – und zwar von den Krankenkassen. Arbeitnehmer müssen den ehemals „gelben Schein“ dann nicht mehr selbst im Unternehmen abgeben. Die Patienten erhalten lediglich noch eine ausgedruckte Ausfertigung zur eigenen Dokumentation.

Von Grundfreibetrag bis Spitzensteuersatz 

Der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer steigt 2022 für Ledige auf 9.984 Euro – das ist ein Plus von 240 Euro gegenüber 2021 (9.744 Euro). Verheirateten stehen 19.968 Euro zu (2021: 19.488 Euro).

Der Grundfreibetrag bezeichnet den Betrag, bis zu dem das Einkommen Lediger oder gemeinsam veranlagter Ehepartner steuerfrei bleibt. Dieses Existenzminimum wird also steuerlich nicht angetastet. Damit haben Arbeitnehmer etwas mehr Geld, da der Fiskus ab Januar 2022 erst bei Einkommen über dem neuen Grundfreibetrag Steuern abzieht.

Im selben Umfang erhöhen sich die Beiträge, bis zu denen Steuerzahler Unterhalt für nahe Angehörige als außergewöhnliche Belastungen abziehen können. Maximal 9.984 Euro sind da ab 2022 (2021: 9.744 Euro) drin.

Der Spitzensteuersatz von aktuell 42 Prozent greift 2022 ab einem jährlich zu versteuernden Einkommen von 58.597 Euro (2021: 57.919 Euro), er ist in dieser Höhe pro hinzuverdientem Euro zu zahlen. Zusammenveranlagte Ehegatten haben für das gemeinsame Einkommen die doppelten Einkommensgrenzen.

Unverändert bleibt hingegen der steuerliche Kinderfreibetrag, der das Existenzminimum des Kindes sichert: Dieser beträgt weiterhin 8.388 Euro (je Kind für beide Elternteile). Der Kinderfreibetrag setzt sich zusammen aus 2.928 Euro für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf sowie 5.460 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes.

Erhöhte Freigrenze für Sachwertbezug

Zum 1. Januar 2022 wird die Sachbezugsfreigrenze von bisher 44 Euro monatlich auf 50 Euro angehoben. Die Freigrenze gilt nach Angaben des Steuerzahlerbundes für Sachzuwendungen, etwa Gutscheine, die Beschäftigten monatlich überlassen werden.

Bis zur Freigrenze können die Zuwendungen steuerfrei behandelt werden. Wichtig hier: Das Überschreiten um nur 1 Cent der Grenze führt zu einer Steuerpflicht des gesamten zugewendeten Betrages.

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