Welche Zahnarzt-Leistungen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung?
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt viele zahnärztliche Behandlungen, allerdings meist nur im Rahmen der sogenannten Regelversorgung. Für hochwertigere Materialien oder zusätzliche Leistungen müssen Versicherte häufig einen Eigenanteil zahlen. Zu den wichtigsten Leistungen der GKV gehören:
- Vorsorgeuntersuchungen: Zwei zahnärztliche Kontrolluntersuchungen pro Jahr sowie die Entfernung von Zahnstein einmal jährlich werden übernommen. Auch Früherkennungsuntersuchungen und Fissurenversiegelungen bei Kindern gehören zum Leistungskatalog.
- Füllungen: Medizinisch notwendige Füllungen werden bezahlt. Im sichtbaren Frontzahnbereich kommen zahnfarbene Kunststofffüllungen zum Einsatz. Im Seitenzahnbereich werden in der Regel Amalgam- oder vergleichbare Standardfüllungen übernommen. Für hochwertigere Kunststofffüllungen fällt häufig ein Eigenanteil an.
- Wurzel- und Parodontitisbehandlungen: Die Kosten werden übernommen, wenn die Behandlung medizinisch notwendig ist und die Voraussetzungen der gesetzlichen Krankenversicherung erfüllt sind.
- Zahnersatz: Für Kronen, Brücken oder Prothesen zahlt die gesetzliche Krankenversicherung einen Festzuschuss zur Regelversorgung. Mit einem lückenlos geführten Bonusheft erhöht sich dieser Zuschuss nach 5 Jahren auf 70 % und nach 10 Jahren auf 75 % der Regelversorgung. Entscheiden Sie sich für hochwertigeren Zahnersatz, müssen Sie die Mehrkosten selbst tragen.
- Kieferorthopädie: Bei Kindern und Jugendlichen werden die Kosten in der Regel erst ab einer Zahnfehlstellung der Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) 3 bis 5 übernommen. Erwachsene erhalten Leistungen nur in wenigen Ausnahmefällen, beispielsweise bei schweren Kieferfehlstellungen mit einer notwendigen Operation.
- Professionelle Zahnreinigung: Eine professionelle Zahnreinigung gehört grundsätzlich nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Viele Krankenkassen gewähren jedoch freiwillige Zuschüsse oder übernehmen die Kosten ganz oder teilweise im Rahmen ihrer Satzungsleistungen.
Kosten für Zahnbehandlungen
Hier haben wir einige Beispiele aufgezählt, die zeigen, wie viel eine Behandlung je nach Aufwand und Material kosten kann. Dabei zeigt sich, dass gerade Kronen, Zahnprothesen und Implantate schnell teuer werden können.
| Behandlung | Ungefähre Kosten |
|---|---|
| Professionelle Zahnreinigung | 60 bis 140 Euro |
| Wurzelbehandlung | 200 bis 1.000 Euro |
| Zahnfüllung (Kunststoff/Komposit) | 60 bis 200 Euro |
| Zahnfüllung (Keramik) | 350 bis 550 Euro |
| Zahnkrone (Vollkeramik) | 700 bis 1.000 Euro |
| Zahnbrücke (Nicht-Edelmetall) | 700 bis 1.500 Euro |
| Zahnprothese (Teilprothese) | 800 bis 1.200 Euro |
| Zahnimplantat (Backenzahn) | 1.800 bis 2.500 Euro |
Quelle: DA direkt; Stand: 2026
Warum ist eine Zahnzusatzversicherung wichtig?
Spätestens wenn eine Krone, ein Implantat oder eine Zahnspange notwendig wird, zeigt sich der Wert einer Zahnzusatzversicherung. Denn viele hochwertige Zahnbehandlungen werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nur teilweise oder gar nicht übernommen. Dabei kann ein einzelnes Implantat schnell 2.000 bis 3.000 Euro kosten. Auch für hochwertige Kunststofffüllungen, Keramikkronen oder Zahnspangen müssen Versicherte häufig selbst aufkommen. Mit einer passenden Zahnzusatzversicherung lassen sich jedoch hohe Eigenkosten vermeiden und moderne Behandlungsmethoden finanziell besser absichern.
Erstattungsbeispiele einer Zahnversicherung
Kostet ein Implantat 3.500 Euro, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse meist nur einen Festzuschuss zur Regelversorgung, in diesem Fall z. B. 500 Euro. Den verbleibenden Eigenanteil von 3.000 Euro kann eine Zahnzusatzversicherung erstatten. Basis-Tarife erstatten meist 80 %, hochwertige Premiumtarife erstatten bis zu 100 % der restlichen Kosten.
Benötigt Ihr Kind eine feste Zahnspange mit Keramikbrackets, können Gesamtkosten von 4.500 Euro entstehen. Auch hier übernimmt die gesetzliche Krankenkasse bei einer medizinisch notwendigen Behandlung zwar die Kosten der Regelversorgung, den Eigenanteil von etwa 1.500 Euro für Keramikbrackets müssen Eltern jedoch selbst tragen. Ist die Zahnspange nicht medizinisch notwendig, kann es sein, dass die Krankenkasse die Kosten gar nicht übernimmt. Eine Zahnzusatzversicherung kann diese Mehrkosten dann teilweise oder sogar vollständig erstatten.
Was kostet eine gute Zahnzusatzversicherung?
Die Kosten für eine Zahnzusatzversicherung variieren je nach individuellen Faktoren. In der Regel beginnen die Beiträge für Erwachsene bei etwa 9 Euro im Monat im Basis-Tarif. Für hochwertigere Tarife, die umfangreichere Leistungen wie eine höhere Kostenübernahme für Zahnersatz oder Implantate bieten, können die monatlichen Beiträge zwischen 20 und 40 Euro liegen. Kinder-Tarife sind deutlich günstiger und beginnen bei etwa 3 Euro im Monat.
Der genaue Preis hängt unter anderem von Ihrem Alter bei Vertragsabschluss ab. Je jünger Sie sind, desto günstiger ist die Versicherung. Auch der Zustand Ihrer Zähne spielt eine Rolle, denn bestehende Zahnprobleme oder laufende Behandlungen können die Kosten erhöhen. Ebenso beeinflusst der gewünschte Leistungsumfang den Preis: Tarife, die beispielsweise 100 % der Kosten für Zahnersatz übernehmen oder zusätzliche Leistungen wie professionelle Zahnreinigung abdecken, sind in der Regel teurer.
Gut zu wissen: Die meisten Tarife beinhaltet Beitragserhöhungen. Das heißt, die Anfangsbeiträge erhöhen sich mit zunehmenden Alters. Wenn Sie z. B. mit 35 Jahren eine Zahnzusatzversicherung abschließen und monatlich 20 Euro bezahlen, kann sich der Beitrag alle 5 Jahre um einige Euro erhöhen. Diese Beitragsstaffelung geht meist bis zu einem Alter von 61 Jahren.
Zahnzusatzversicherung: Kosten für Kinder-Tarife
Tarifbewertung
Tarif:
ZahnGesund 85+
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
3.3
Günstiger Tarif
- 100 % Zahnbehandlung & max. 2x 85 € für Prophylaxe & PZR
- 85 % Kieferorthopädie
- 85 % Zahnersatz, Inlays & Implantate
3,00 €
monatlich
Tarifbewertung
Tarif:
ZS90
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
3.4
Top Preis-Leistung
- 100 % Zahnbehandlung, Prophylaxe & PZR
- 90 % Kieferorthopädie bis 21. Lebensjahr
- 90 % Zahnersatz, Inlays & Implantate
13,15 €
monatlich
Tarifbewertung
Tarif:
ZahnEXKLUSIVpur
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
4.0
Top Leistung
- 100 % Zahnbehandlung, Prophylaxe & PZR
- 100 % Kieferorthopädie bis 21. Lebensjahr
- 100 % Zahnersatz, Inlays & Implantate
26,08 €
monatlich
Quelle Tarifbewertung: psponline, Februar 2026; Berechnungsgrundlage: 9 Jahre, Schüler, versichert in der GKV; Versicherungsbeginn: 01. März 2026. Die Tarife beinhalten Beitragssprünge, sodass sich die Beiträge mit zunehmendem Alter erhöhen. Grundlage für die Bewertungen sind die Tarifbedingungen der Gesellschaften. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören u.a., wie viel Prozent der Kosten übernommen werden, bis zu welchem Betrag die Leistungen gedeckt sind, ob andere Leistungen vorausgehen müssen und ob Besonderheiten gelten.
Zahnzusatzversicherung: Kosten für Erwachsene
Die Unterschiede zwischen den Tarifen sind groß. Je nach Zahnzusatzversicherung werden Kosten für Zahnersatz, Implantate, professionelle Zahnreinigungen oder Kieferorthopädie unterschiedlich hoch erstattet. Da sie sich in Preis und Leistungsumfang unterscheiden, lohnt sich ein individueller Tarifvergleich mit unseren Experten. Im Folgenden vergleichen wir drei Zahnzusatzversicherungen für eine 35-jährige, gesetzlich versicherte Person als ersten Überblick.
Tarifbewertung
Tarif:
MediZ Smile 75
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
3.3
Günstiger Tarif
- 75 % Zahnersatz & 100 % Kieferorthopädie
- 75 % Inlays & Implantate
- Erstattungen: max. 1.000 € im 1. Jahr, 2.000 € im 1.-2. Jahr, 3.000 € im 1.-3. Jahr
16,00 €
monatlich
Tarifbewertung
Tarif:
ZahnGesund 85+
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
3.6
Top Preis-Leistung
- 85 % Zahnersatz & Kieferorthopädie
- 85 % Inlays & Implantate
- Erstattungen: max. 1.000 € im 1. Jahr, 2.000 € im 1.-2. Jahr, 3.000 € im 1.-3. Jahr
21,90 €
monatlich
Tarifbewertung
Tarif:
ZS100
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
3.9
Top Leistung
- 100 % Zahnersatz & Kieferorthopädie
- 100 % Inlays & Implantate
- Erstattungen: max. 1.000 € im 1. Jahr, 2.500 € im 1.-2. Jahr, 4.000 € im 1.-3. Jahr
29,88 €
monatlich
Quelle Tarifbewertung: psponline, Februar 2026; Berechnungsgrundlage: 35 Jahre, angestellt, versichert in der GKV; Versicherungsbeginn: 01. Januar 2026. Die Tarife beinhalten Beitragssprünge, sodass sich die Beiträge mit zunehmendem Alter erhöhen. Grundlage für die Bewertungen sind die Tarifbedingungen der Gesellschaften. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören u.a., wie viel Prozent der Kosten übernommen werden, bis zu welchem Betrag die Leistungen gedeckt sind, ob andere Leistungen vorausgehen müssen und ob Besonderheiten gelten.
Wie hoch sind die Zahnstaffeln in den ersten Versicherungsjahren?
Die Zahnstaffel begrenzt, wie viel eine Zahnzusatzversicherung in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss maximal erstattet. Damit schützen sich Versicherer davor, dass unmittelbar nach Abschluss sehr hohe Behandlungskosten eingereicht werden. Solche Leistungsbegrenzungen gelten häufig für die ersten drei bis fünf Versicherungsjahre.
Eine einheitliche Höhe gibt es nicht. Je nach Versicherer und Tarif unterscheiden sich die Staffeln deutlich. Typisch sind beispielsweise folgende Größenordnungen:
| Versicherungsdauer | Maximale Erstattung |
|---|---|
| 1. Jahr | ca. 500 bis 1.500 Euro |
| 1.-2. Jahr | ca. 1.000 bis 3.000 Euro |
| 1.-3. Jahr | ca. 1.500 bis 4.500 Euro |
| 1.-4. Jahr | ca. 2.000 bis 6.000 Euro |
| danach | keine Begrenzung |
Wichtig: Die Beträge gelten in der Regel kumuliert. Stehen beispielsweise für die ersten zwei Jahre maximal 2.000 Euro zur Verfügung und wurden im ersten Jahr bereits 1.000 Euro erstattet, verbleiben im zweiten Jahr noch 1.000 Euro.
Wie unterschiedlich die Staffel ausfallen kann, zeigt die Allianz: Beim Tarif MeinZahnschutz 75 liegt sie bei 1.000 Euro im ersten, 1.500 Euro in den ersten zwei und 2.000 Euro in den ersten drei Kalenderjahren. Beim leistungsstärkeren MeinZahnschutz 100 sind es dagegen 1.000, 2.500 und 4.000 Euro. Ab dem vierten Kalenderjahr entfällt dort die Begrenzung.
Was beeinflusst die Kosten einer Zahnzusatzversicherung?
Wie hoch der Beitrag für eine Zahnzusatzversicherung ausfällt, hängt vor allem vom Alter beim Abschluss, dem gewünschten Leistungsumfang und dem gewählten Tarifmodell ab. Auch der Zustand der Zähne kann eine Rolle spielen.
Die wichtigsten Kostenfaktoren sind:
- Alter: Je jünger Sie beim Abschluss sind, desto geringer fällt der Beitrag aus. Denn mit einem späteren Abschluss steigt das Risiko für Zahnersatz.
- Leistungsumfang: Tarife, die beispielsweise 90 oder 100 % der Kosten für Zahnersatz übernehmen, kosten meist mehr als Tarife mit geringerer Erstattung. Auch hohe Leistungen für Implantate, Inlays, professionelle Zahnreinigung oder Kieferorthopädie erhöhen den Beitrag.
- Fehlende Zähne: Bereits fehlende, noch nicht ersetzte Zähne können den Beitrag verteuern. Je nach Versicherer sind Risikozuschläge möglich. Einige Tarife schließen fehlende Zähne von der Leistung aus oder lehnen den Antrag ab einer bestimmten Anzahl fehlender Zähne ab.
- Zustand der Zähne: Vor Vertragsabschluss stellen viele Versicherer Gesundheitsfragen. Bereits angeratene, geplante oder begonnene Behandlungen sind normalerweise nicht mitversichert. Vorerkrankungen oder bestehende Zahnprobleme können je nach Tarif zu Einschränkungen führen.
- Altersrückstellungen: Bei Tarifen mit Altersrückstellungen zahlen Versicherte anfangs meist einen höheren Beitrag. Ein Teil davon wird zurückgelegt, um altersbedingte Beitragssteigerungen abzufedern. Tarife ohne Altersrückstellungen sind anfangs häufig günstiger, dafür steigt der Beitrag in der Regel mit zunehmendem Alter.
- Selbstbeteiligung und Erstattungsgrenzen: Eine Selbstbeteiligung oder niedrigere Erstattungsgrenzen können den Beitrag reduzieren. Leistungsstarke Tarife mit hohen oder langfristig unbegrenzten Erstattungen sind entsprechend teurer.
- Zusatzleistungen: Leistungen über Zahnersatz und Zahnbehandlung hinaus – etwa hohe Zuschüsse zur professionellen Zahnreinigung, Bleaching oder Kieferorthopädie – können ebenfalls für einen höheren Beitrag sorgen.