Pflegezusatzversicherung: Warum lohnt sich ein Vergleich
Eine private Pflegezusatzversicherung hilft, die Lücke zwischen den Leistungen der gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten zu verkleinern. Es gibt dabei verschiedene Pflege-Lösungen innerhalb der Pflegezusatzversicherung. Welche passt, hängt davon ab, wie flexibel das Geld eingesetzt werden soll, welche Leistungen gewünscht sind und wie viel Beitrag dauerhaft tragbar ist. Wichtig ist, nicht nur den Preis, sondern auch Bedingungen und Leistungsunterschiede zu berücksichtigen. Um diese Punkte zu klären, lohnt sich ein Vergleich der Pflegezusatzversicherung mit einem Experten, der Sie umfassend berät, auf Ihre Wünsche eingeht und all Ihre Fragen beantworten kann.
Eine aktuelle Auswertung des Verbands der Ersatzkassen zeigt die Größenordnung. Im ersten Aufenthaltsjahr in einem Pflegeheim zahlen Pflegebedürftige bundesweit durchschnittlich 3.364 Euro pro Monat selbst. Die konkrete Belastung kann je nach Einrichtung und Bundesland höher oder niedriger ausfallen.
Ein Vergleich hilft, die gewünschte Absicherung mit dem eigenen Budget in Einklang zu bringen. Entscheidend ist zuerst die Frage, welche Pflegelücke aus Einkommen, Rente oder Vermögen selbst getragen werden kann. Erst danach sollte geprüft werden, welche Produktart und welcher Tarif den verbleibenden Bedarf sinnvoll abdecken.
Die vier Arten der Pflegezusatzversicherung im Vergleich
|
Produkt |
Leistungsprinzip |
Verwendung |
Gesundheitsfragen |
Vorteile |
|
Pflegetagegeld |
Fester Tagessatz je Pflegegrad |
Frei verfügbar |
Ja |
Flexibel und einfache Auszahlung |
|
Pflegekosten |
Erstattung vereinbarter Pflegekosten |
Zweckgebunden (Rechnungsnachweis notwendig) |
Ja |
Professionelle Pflege mit belegbaren Kosten |
|
Pflegerente |
Vereinbarte monatliche Rente |
Frei verfügbar |
Ja |
Planbare Rentenleistung, oft höherer Beitrag |
|
Pflege-Bahr |
Vom Staat gefördertes Tage-/Monatsgeld |
Frei verfügbar |
Nein |
Zugang trotz Vorerkrankungen, aber mit hoher Wartezeit |
Pflegetagegeldversicherung
Bei einer Pflegetagegeldversicherung wird ein Tagessatz oder Monatsgeld vereinbart. Im Pflegefall zahlt der Versicherer dann je nach Pflegegrad diesen festgelegten Anteil. Bei 50 Euro Tagegeld entsprechen 30 Tage beispielsweise bis zu 1.500 Euro im Monat.
Das Geld ist grundsätzlich frei verfügbar. Es kann für einen Pflegedienst, Unterstützung durch Angehörige, Haushaltshilfe, Umbauten oder den Eigenanteil im Pflegeheim genutzt werden. Einzelne Rechnungen müssen normalerweise nicht nachgewiesen werden. Dafür können Beiträge im Lauf der Zeit steigen.
Pflegekostenversicherung
Eine Pflegekostenversicherung erstattet vertraglich definierte Pflegekosten. Sie müssen dafür eine Rechnung einreichen, damit genau diese Pflegekosten bis zur vereinbarten Höchstgrenze erstattet werden.
Die Zweckbindung kann ein Vorteil sein, wenn vor allem professionelle ambulante oder stationäre Pflege abgesichert werden soll. Sie macht die Leistung aber weniger flexibel. Prüfen Sie am besten, welche Rechnungen anerkannt werden, ob private Pflege durch Angehörige berücksichtigt wird und welche Höchstgrenzen gelten.
Pflegerentenversicherung
Eine Pflegerentenversicherung zahlt bei festgestellter Pflegebedürftigkeit eine vereinbarte monatliche Rente. Das Geld ist frei verfügbar und die Tarife werden nach Art einer Lebensversicherung kalkuliert. Pflegerenten können eine planbare Leistung und je nach Vertrag zusätzliche Optionen bieten. Sie sind allerdings bei vergleichbarer Absicherung häufig teurer als Pflegetagegeldtarife.
Pflege-Bahr
Beim Pflege-Bahr steht der erleichterte Zugang im Mittelpunkt, da keine Gesundheitsprüfung nötig ist und keine Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse vereinbart werden. Der Staat fördert dabei einen zertifizierten Vertrag mit 5 Euro monatlich, wenn Versicherte mindestens 10 Euro selbst einzahlen.
Dafür sind die Leistungen begrenzt und reichen meist nicht aus, um alle Pflegekosten zu zahlen. Außerdem gibt es eine Wartezeit von maximal fünf Jahren. Für Menschen mit Vorerkrankungen kann der Pflege-Bahr eine Option sein. Ob die Leistung die persönliche Pflegelücke ausreichend reduziert, sollte trotzdem geprüft werden.
Welche Pflegezusatzversicherung passt mir?
Die folgende Zuordnung ist lediglich eine erste Orientierung. Entscheidend sind Ihre konkreten Bedürfnisse und der Leistungsumfang einer Pflegezusatzversicherung.
|
Bedürfnis |
Produkt |
|
Freie und flexible Verwendung des Geldes ist mir wichtig. |
Pflegetagegeld- oder Pflegerentenversicherung |
|
Tatsächliche Pflegekosten sollen gezielt erstattet werden. |
Pflegekostenversicherung |
|
Ich habe Vorerkrankungen und möchte trotzdem Leistungen erhalten, auch wenn diese begrenzt sind. |
Pflege-Bahr |
|
Möglichst planbare Rentenleistungen sind mir wichtiger als ein niedriger Beitrag. |
Pflegerentenversicherung |
Unsere Versicherungsexperten beraten Sie kostenlos und unverbindlich
Welche Pflegezusatzversicherung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation und Ihrem gewünschten Schutz ab. Unsere Versicherungsexperten vergleichen für Sie zahlreiche Tarife am Markt und berücksichtigen dabei unter anderem die Leistungen je Pflegegrad, die Absicherung bei ambulanter und stationärer Pflege, mögliche Karenzzeiten sowie eine Beitragsbefreiung im Pflegefall.
Lassen Sie sich in einem kostenlosen und unverbindlichen Beratungsgespräch beraten und finden Sie eine Pflegezusatzversicherung, die genau zu Ihren Bedürfnissen passt.
Pflegezusatzversicherung: Tarife vergleichen
Die Tarife einer Pflegezusatzversicherung unterscheiden sich deutlich bei Beitrag, Leistung und Absicherung in den einzelnen Pflegegraden. Unser Vergleich zeigt anhand eines Basis-, Komfort- und Premium-Tarifs einer Pflegetagegeldversicherung, welche Leistungen ein 35-jähriger Angestellter erhält und wie hoch der Beitrag sein kann:
Tarifbewertung
Tarif:
PGA+PGS /50, PZG
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
3.6
Günstiger Tarif
- Tagessatz max. 133€/Tag
- 10 % ab Pflegegrad 1 (entspricht 150 €)
- Beitragsfreistellung ab Pflegegrad 3
30,54 €
monatlich
Tarifbewertung
Tarif:
PZTBest03 /50 + PZTA03 /25
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
3.5
Top Preis-Leistung
- Tagessatz max. 150€/Tag
- 20 % ab Pflegegrad 1 (entspricht 300 €)
- Beitragsfreistellung ab Pflegegrad 5
55,95 €
monatlich
Tarifbewertung
Tarif:
PG-K-plus /50
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
4.1
Top Leistung
- Tagessatz max. 150€/Tag
- Schon 50 % ab Pflegegrad 1 und volle Leistung ab Pflegegrad 2
- Beitragsfreistellung ab Pflegegrad 4
84,15 €
monatlich
Quelle Tarifbewertung: psponline, Februar 2026; Berechnungsgrundlage: Angestellter, 35 Jahre; Versicherungsbeginn: 01. Januar 2026; Grundlage für die Bewertung sind die Tarifbedingungen der Gesellschaften. Zu den wichtigsten Tarifmerkmalen gehören u.a., wie viel Prozent der Kosten übernommen werden, bis zu welchem Betrag die Leistungen gedeckt sind, ob andere Leistungen vorausgehen müssen und ob Besonderheiten gelten.
Welche Pflegezusatzversicherung ist die beste?
Welche Pflegezusatzversicherung die beste ist, hängt von Ihrem Alter, der gewünschten Absicherung und Ihrer persönlichen Pflegelücke ab. Einen Tarif, der für jeden Versicherten gleichermaßen der beste ist, gibt es daher nicht.
In unserem Vergleich gibt es jedoch mehrere Anbieter, die besonders gut abschneiden. Allianz und HanseMerkur erhielten beispielsweise vom Deutschen Finanz-Service Institut für ihre Pflegetagegeld-Tarife die Bewertung „Hervorragend“. Barmenia, DKV und R+V erreichten „Sehr Gut“. Bei flexiblen Tarifen gehörten insbesondere INTER und Württembergische zu den stärksten Anbietern. Unser Testsieger ist die Continentale mit dem Tarif PG-K-plus /50 und einer monatlichen Leistung von 4.500 Euro (150 Euro/Tag).
Gut zu wissen: Stiftung Warentest weist darauf hin, dass beim Vergleich nicht allein der Beitrag entscheidend ist. Wichtig ist vor allem, wie gut der Tarif die persönliche Pflegelücke in den verschiedenen Pflegegraden abdeckt. Zusätzlich sollten unter anderem Dynamik, Wartezeiten, Beitragsbefreiung im Pflegefall, Leistungen im Ausland und weitere Vertragsbedingungen berücksichtigt werden.
Die beste Pflegezusatzversicherung ist daher diejenige, die Ihre persönliche Pflegelücke zu einem langfristig bezahlbaren Beitrag möglichst gut absichert. Ein individueller Tarifvergleich ist sinnvoll, da sich Beiträge und Leistungen abhängig von Alter, Gesundheitszustand und gewünschter Absicherung deutlich unterscheiden können.
Worauf sollten Sie beim Tarifvergleich achten?
Leistungen in allen Pflegegraden
Die Leistungen einer Pflegezusatzversicherung sollten nicht erst bei schwerer Pflegebedürftigkeit beginnen, sondern bereits ab Pflegegrad 1. Vergleichen Sie die Auszahlung für jeden Pflegegrad und stellen Sie sich die folgende Frage: Könnten Sie mit den monatlichen Auszahlungen die Pflegelücke für den jeweiligen Pflegegrad minimieren?
Ambulante und stationäre Pflege
Ein guter Tarif leistet nicht nur im Pflegeheim. Prüfen Sie, ob die Auszahlung bei häuslicher Pflege durch Angehörige genauso hoch ist wie bei professioneller oder stationärer Pflege. Einschränkungen bei ambulanter Versorgung können die persönliche Planung erheblich beeinträchtigen.
Dynamik und Nachversicherung
Pflegekosten steigen langfristig. Eine Leistungsdynamik erhöht die versicherte Leistung regelmäßig, möglichst ohne erneute Gesundheitsprüfung. Wichtig ist, ob die Dynamik auch nach Eintritt des Pflegefalls weiterläuft und unter welchen Bedingungen Erhöhungen ausgesetzt oder nachgeholt werden können.
Beitragsbefreiung im Pflegefall
Manche Tarife verlangen trotz Pflegebedürftigkeit weiterhin Beiträge. Eine Beitragsbefreiung entlastet das Budget im Leistungsfall. Vergleichen Sie, ab welchem Pflegegrad sie gilt und ob sie automatisch einsetzt.
Wartezeit und rückwirkende Leistung
Eine Pflegeversicherung ohne Wartezeit kann unmittelbar nach Versicherungsbeginn leisten, wenn alle weiteren Voraussetzungen erfüllt sind. Bei Tarifen mit Wartezeit besteht der Anspruch erst nach Ablauf der vereinbarten Frist. Ein guter Tarif sollte keine oder eine geringe Wartezeit enthalten. Klären Sie außerdem ab, ob der Versicherer rückwirkend ab Feststellung der Pflegebedürftigkeit oder erst ab Antragstellung zahlt.
Anerkennung des Pflegegrades und Auslandsschutz
Gute Tarife übernehmen den bereits festgestellten Pflegegrad der gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversicherung, ohne dass der Versicherer die Pflegebedürftigkeit erneut prüft. Wer längere Zeit im Ausland lebt, sollte außerdem darauf achten, in welchen Ländern und wie lange der Versicherungsschutz gilt.
So funktioniert der Pflegezusatz-Vergleich bei impuls
- Pflegelücke ermitteln. Dabei werden gewünschte Pflegeform, vorhandene Rücklagen, Einkommen und gesetzliche Leistungen berücksichtigt.
- Produktart auswählen. Pflegetagegeld, Pflegekostenversicherung, Pflegerente und Pflege-Bahr werden anhand der persönlichen Prioritäten eingeordnet.
- Tarife vergleichen. Neben dem Beitrag werden Leistungsstaffel, Dynamik, Wartezeit, Beitragsbefreiung, Auslandsschutz und Vertragsregeln geprüft.
- Gesundheitssituation klären. Bei Bedarf kann vor einem Antrag eine anonyme Risikovoranfrage vorbereitet werden.
- Entscheidung treffen. Sie erhalten eine nachvollziehbare Empfehlung und können selbst entscheiden, ob Sie den Schutz abschließen möchten. Entscheiden Sie sich dafür, stellt Ihr impuls-Berater den Antrag.
Die Beratung ist dabei komplett kostenlos und unverbindlich. impuls vergleicht Tarife zahlreicher Versicherer und bleibt auch nach dem Abschluss Ihr Ansprechpartner.
FAQ: Pflegezusatzversicherung Vergleich
Eine gute Pflegezusatzversicherung sollte vor allem eine ausreichend hohe Leistung bieten und zu Ihrer persönlichen Pflegelücke passen. Wichtig sind darüber hinaus folgende Tarifmerkmale:
- Hohe Leistungen in allen Pflegegraden: Gute Tarife zahlen nicht erst bei schwerer Pflegebedürftigkeit, sondern bereits ab Pflegegrad 1.
- Ambulante und stationäre Pflege: Der Versicherungsschutz sollte beide Pflegeformen umfassen und insbesondere bei höheren Pflegegraden ausreichend leisten.
- Keine oder kurze Wartezeit: Viele Tarife leisten inzwischen ohne Wartezeit, sobald die versicherte Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde.
- Beitragsbefreiung im Pflegefall: Gute Tarife verzichten ab einem bestimmten Pflegegrad auf weitere Beitragszahlungen.
- Dynamische Leistungen: Eine Dynamik kann dafür sorgen, dass das vereinbarte Pflegegeld mit der Zeit steigt und dadurch höhere Pflegekosten zumindest teilweise ausgeglichen werden.
- Anerkennung des Pflegegrades: Idealerweise übernimmt der Versicherer den von der gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversicherung festgestellten Pflegegrad ohne eine erneute eigene Prüfung.
- Auslandsschutz: Wer im Ausland lebt oder leben möchte, sollte auf einen möglichst umfassenden und langfristigen Versicherungsschutz achten.
- Nachversicherungsmöglichkeiten: Sinnvoll ist die Möglichkeit, die Leistungen später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen zu können.
Der Preis allein sagt daher wenig über die Qualität eines Tarifs aus. Entscheidend ist, welche Leistungen Sie für Ihren Beitrag erhalten und ob die Absicherung auch langfristig zu Ihrem Bedarf passt.
Stiftung Warentest hat zuletzt 2023 Pflegetagegeldversicherungen umfassend getestet. Dabei wurden 27 Tarife von 24 Versicherern für 45- und 55-jährige Modellkunden untersucht, insgesamt entstanden 70 Tarifbewertungen. Einen einzelnen, allgemeingültigen „Testsieger“ nennt Stiftung Warentest dabei nicht, da die Bewertung vom Alter und vom gewählten Leistungsmodell abhängt.
Zu den Top-Anbietern gehörten unter anderem Allianz, HanseMerkur, DKV, SDK, ARAG, Continentale und Württembergische. Bewertet wurden vor allem das finanzielle Leistungsniveau in den verschiedenen Pflegegraden sowie wichtige Vertragsbedingungen wie Dynamik, Wartezeit, Anerkennung des Pflegegrades und weltweiter Versicherungsschutz.
Wer keine klassische Pflegezusatzversicherung abschließen möchte, kann die mögliche Pflegelücke auch über eigenes Vermögen oder andere Vorsorgelösungen finanzieren.
Mögliche Alternativen sind:
- Private Rentenversicherung: Eine zusätzliche lebenslange Rente kann im Alter auch zur Finanzierung von Pflegekosten eingesetzt werden. Sie ist allerdings nicht speziell auf den Pflegefall zugeschnitten und zahlt unabhängig davon, ob Pflegebedürftigkeit eintritt.
- Lebensversicherung: Vorhandenes Kapital aus einer Lebensversicherung kann ebenfalls für Pflegekosten genutzt werden. Auch hier gibt es jedoch grundsätzlich keine speziell an den Pflegegrad gekoppelte Leistung.
- Eigener Vermögensaufbau: Wer ausreichend Rücklagen beispielsweise über Geldanlagen aufbaut, kann die Pflegelücke später aus dem eigenen Vermögen finanzieren. Dafür trägt man das Risiko, dass das angesparte Vermögen für einen langen oder besonders teuren Pflegefall nicht ausreicht.