Was ist eine Pflegetagegeldversicherung?
Eine Pflegetagegeldversicherung ist eine private Pflegezusatzversicherung. Wird bei Ihnen ein Pflegegrad festgestellt, zahlt der Versicherer den vertraglich vereinbarten Betrag. Häufig wird ein Tagessatz festgelegt und für die monatliche Auszahlung mit 30 Tagen multipliziert. Bei 50 Euro pro Tag erhalten Sie damit bis zu 1.500 Euro im Monat. Manche Anbieter sprechen deshalb auch von Pflegemonatsgeld.
Die Zahlung erfolgt unabhängig davon, wie hoch Ihre tatsächlichen Ausgaben sind. Anders als bei einer Pflegekostenversicherung (eine weitere Art der Pflegezusatzversicherung) müssen Sie normalerweise keine einzelnen Rechnungen einreichen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Pflegebedürftigkeit entsprechend den Versicherungsbedingungen nachgewiesen ist.
Pflegegeld und Pflegetagegeld: Unterschied
Pflegegeld ist eine gesetzliche Leistung für Pflegebedürftige, die zu Hause überwiegend durch Angehörige oder andere private Pflegepersonen versorgt werden. Es wird ab Pflegegrad 2 von der gesetzlichen Pflegeversicherung gezahlt.
Pflegetagegeld ist dagegen eine private Versicherungsleistung. Es kommt zusätzlich zu den gesetzlichen Leistungen hinzu und kann dabei helfen, die Pflegelücke zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung zu schließen.
Warum ist eine Pflegetagegeldversicherung sinnvoll?
Eine Pflegetagegeldversicherung kann sinnvoll sein, wenn Einkommen, Rente und Vermögen nicht ausreichen würden, um die verbleibenden Pflegekosten dauerhaft zu tragen. Eine Pflegetagegeldversicherung schafft finanziellen Spielraum und kann die Lücke schließen, die die gesetzliche Pflegeversicherung hinterlässt.
Denn diese deckt nur einen Teil der Pflegekosten ab, den Rest müssen Pflegebedürftige aus eigener Tasche bezahlen. Und diese Lücke wird immer größer, da die Kosten für Pflege trotz Reformen ständig ansteigen. Laut einer Pflegestudie der HanseMerkur werden 50 % der Männer und 75 % der Frauen im Laufe ihres Lebens pflegebedürftig. Da mit steigender Lebenserwartung die Wahr steigt, später einmal pflegebedürftig zu werden, ist es sinnvoll, privat für diesen Fall vorzusorgen.
Für wen ist eine Pflegetagegeldversicherung sinnvoll?
Eine Pflegetagegeldversicherung ist grundsätzlich für alle sinnvoll, die hohe Eigenkosten im Pflegefall nicht vollständig aus eigenem Einkommen oder Vermögen bezahlen möchten oder können. Besonders interessant ist sie für:
- Berufstätige und jüngere Menschen, da ein früher Abschluss meist günstigere Beiträge ermöglicht.
- Alleinstehende, die im Pflegefall nicht auf Unterstützung durch Angehörige bauen können.
- Personen mit wenig Rücklagen, die hohe Pflegekosten nicht dauerhaft selbst tragen könnten.
- Menschen, die ihr Vermögen schützen und nicht für Pflegekosten aufbrauchen möchten.
- Familien, die vermeiden möchten, dass hohe Pflegekosten Angehörige finanziell belasten.
- Personen mit konkreten Wünschen an ihre Pflege, die sich im Pflegefall mehr finanziellen Spielraum erhalten möchten.
Nicht jeder benötigt denselben Schutz. Wer eine hohe Rente, ausreichendes Vermögen oder bereits eine andere Pflegeabsicherung besitzt, kann eine kleinere Absicherung wählen oder ganz darauf verzichten. Die Entscheidung sollte deshalb immer zur persönlichen Finanzplanung passen.
Vor- und Nachteile einer Pflegetagegeldversicherung
Zu den wichtigsten Vorteilen zählen die freie Verwendung des Geldes, die zusätzliche Leistung neben der gesetzlichen Pflegeversicherung und die Möglichkeit, den Schutz an die persönliche Pflegelücke anzupassen. Normalerweise müssen keine einzelnen Pflegekosten nachgewiesen werden. Dadurch kann das Geld auch für Unterstützung durch Angehörige, Haushaltshilfe oder Umbauten eingesetzt werden.
Dem stehen Nachteile gegenüber: Beiträge können steigen, der Abschluss ist bei ungeförderten Tarifen meist von Gesundheitsfragen abhängig und manche Tarife leisten in niedrigen Pflegegraden oder bei ambulanter Pflege nur eingeschränkt. Wer den Vertrag kündigt, erhält eingezahlte Beiträge in der Regel nicht zurück. Entscheidend sind deshalb langfristige Bezahlbarkeit und belastbare Versicherungsbedingungen.
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Unsere Versicherungsexperten ermitteln gemeinsam mit Ihnen Ihre individuelle Pflegelücke und prüfen, welche Höhe des Pflegetagegelds sinnvoll ist und zu Ihrer Pflegelücke passt. Dabei berücksichtigen sie Ihr Einkommen, Vermögen, bestehende Absicherungen und Ihre gewünschten Leistungen, um einen passenden Tarif zu finden.
Wie groß ist meine Pflegelücke?
Die Pflegelücke ist die Differenz zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten. Wie groß sie ausfällt, hängt unter anderem vom Pflegegrad und der Art der Versorgung ab.
Besonders deutlich wird die Lücke bei einer stationären Pflege: Im ersten Jahr im Pflegeheim müssen Pflegebedürftige aktuell durchschnittlich 3.364 Euro pro Monat selbst tragen. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt je nach Pflegegrad nur 805 bis 2.096 Euro der anfallenden Kosten. Eine Pflegetagegeldversicherung kann dabei helfen, diese finanzielle Lücke zu verkleinern. In folgenden zwei Beispielen zeigt sich, wie hoch das Pflegetagegeld ausfallen sollte:
Pflegegrad 3:
Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt 1.319 Euro monatlich. Bei Pflegekosten von insgesamt 4.600 Euro verbleibt eine Pflegelücke von 3.281 Euro. Ein Pflegetagegeld von rund 109,40 Euro pro Tag bzw. etwa 3.282 Euro im Monat könnte diese Lücke vollständig abdecken.
Pflegegrad 5:
Bei Pflegegrad 5 übernimmt die Pflegeversicherung 2.096 Euro monatlich. Das Pflegeheim sowie die Betreuung kosten insgesamt aber 5.700 Euro. Damit bleiben 3.604 Euro selbst zu finanzieren. Ein Pflegetagegeld von rund 120,10 Euro pro Tag bzw. etwa 3.603 Euro monatlich könnte die verbleibende Lücke schließen.
Wie viel Pflegegeld gibt es?
Wer pflegebedürftig ist und zu Hause von Angehörigen oder anderen Personen versorgt wird, kann Pflegegeld von der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten. Wie hoch es ausfällt, hängt vom Pflegegrad ab. Ab Pflegegrad 2 wird monatlich Pflegegeld gezahlt. Aktuell erhalten Pflegebedürftige Pflegegeld in dieser Höhe:
| Pflegegrad | Pflegegeld |
|---|---|
| 1 | Kein Pflegegeld |
| 2 | 347 Euro |
| 3 | 599 Euro |
| 4 | 800 Euro |
| 5 | 990 Euro |
Pflegesachleistungen für Pflegedienste
Wenn Pflegebedürftige einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nehmen, bezeichnet man die Kosten dafür als Pflegesachleistungen. So hoch sind die Pflegesachleistungen:
| Pflegegrad | Pflegesachleistung |
|---|---|
| 1 | Keine Pflegesachleistung |
| 2 | 796 Euro |
| 3 | 1.497 Euro |
| 4 | 1.859 Euro |
| 5 | 2.299 Euro |
Leistungen der Pflegeversicherung für ein Pflegeheim
Müssen Pflegebedürftige vollstationär in einem Pflegeheim untergebracht werden, erhalten sie einen monatlichen Zuschuss je nach Pflegegrad:
| Pflegegrad | Zuschuss Pflegeheim |
|---|---|
| 1 | Keine Leistung |
| 2 | 805 Euro |
| 3 | 1.319 Euro |
| 4 | 1.855 Euro |
| 5 | 2.096 Euro |
Pflegekosten und Pflegebedürftigkeit nehmen zu
Bewohner von Pflegeeinrichtungen müssen immer mehr Kosten selbst übernehmen. Das hat eine Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. vom 1. Juli 2026 ergeben. Demnach zahlen die zu Pflegenden im Durchschnitt einen Eigenanteil von 3.364 Euro pro Monat im ersten Aufenthaltsjahr. Das sind 119 Euro mehr als noch Anfang 2026. Und auch die Zahl der Pflegebedürftigen steigt seit Jahren. Im Jahr 2009 gab es 2,34 Millionen Pflegebedürftige, aktuell sind es knapp 6 Millionen.
Leistungen der Pflegetagegeldversicherung
Wenn Sie pflegebedürftig werden, zahlt die Pflegetagegeldversicherung ein vorher vertraglich festgelegtes Pflegetagegeld je nach Pflegegrad aus. Sie können bei Abschluss der Versicherung selbst entscheiden, wie hoch das Pflegetagegeld sein soll. Das Pflegetagegeld wird im Pflegefall monatlich ausgezahlt. Es ist nicht zweckgebunden – das heißt, Sie können selbst entscheiden, für was Sie das Pflegetagegeld verwenden (zum Beispiel für die Pflege zuhause oder für die Unterbringung in einem Pflegeheim).
Gut zu wissen: Die Pflegetagegeldversicherung ist eine Risikoversicherung. Das bedeutet, Sie erhalten das Pflegetagegeld, wenn Sie pflegebedürftig werden. Ist das nicht der Fall, werden Beiträge nicht zurückerstattet.
Wie funktioniert die Auszahlung?
Die meisten Tarife orientieren sich am Pflegegrad, den die gesetzliche oder private Pflegepflichtversicherung festgestellt hat. Je höher der Pflegegrad, desto höher ist üblicherweise der ausgezahlte Anteil des vereinbarten Tagegelds. Eine einheitliche Staffel gibt es nicht.
Achten Sie besonders darauf, ob der Tarif bereits in Pflegegrad 1 oder 2 ausreichend leistet. Ebenso wichtig ist die Frage, ob das Pflegetagegeld nur stationär oder auch bei ambulanter Pflege zu Hause gezahlt wird. Tarife mit starken Einschränkungen bei häuslicher Pflege können eine erhebliche Lücke lassen.
Und so erhalten Sie Ihre Leistungen:
- Sie beantragen Leistungen bei Ihrer gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversicherung.
- Ein Gutachter prüft, ob Pflegebedürftigkeit vorliegt und welcher Pflegegrad gilt.
- Sie reichen den Bescheid und die im Vertrag verlangten Unterlagen bei Ihrer Pflegetagegeldversicherung ein.
- Der Versicherer zahlt den vereinbarten Betrag entsprechend Pflegegrad und Tarif aus.
Gute Tarife übernehmen die Einstufung der Pflegepflichtversicherung ohne zusätzliche medizinische Prüfung. Prüfen Sie außerdem, ob der Versicherer regelmäßig neue Nachweise verlangt und wie lange die Leistung gezahlt wird.
Was kostet eine Pflegetagegeldversicherung?
Wie viel eine Pflegetagegeldversicherung kostet, hängt u. a. von Ihrem Alter und Ihrem Gesundheitszustand beim Abschluss ab sowie von der Höhe des Pflegetagegelds. Hinzu kommen Faktoren wie ein stabiler Beitrag durch Alterungsrückstellungen oder ob die Auszahlung weltweit erfolgen soll. Hier eine Übersicht über alle Faktoren:
- Eintrittsalter: Ein früher Abschluss ist in der Regel günstiger als ein später.
- Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder einer Ablehnung führen.
- Höhe des Tagegelds: Je höher die versicherte Leistung, desto höher der Beitrag.
- Leistungsumfang: Frühe Leistungen, Einmalzahlungen, weltweiter Schutz und Assistance-Leistungen können den Beitrag beeinflussen.
- Tarifkalkulation: Alterungsrückstellungen und weitere Kalkulationsmerkmale wirken sich auf Beitrag und Beitragsentwicklung aus.
Der Tarif "Pflege Schutz" der HanseMerkur mit Altersrückstellungen kostet für einen 35-Jährigen, der eine monatliche Auszahlung von 1.500 Euro wählt, z. B. nur 25,30 Euro im Monat.
Pflegetagegeldversicherungen im Vergleich
Wenn Pflege nötig wird, entstehen schnell hohe Kosten. Eine Pflegetagegeldversicherung hilft, die finanzielle Belastung abzufedern. Hier zeigen wir Ihnen verschiedene Tarife im Vergleich, die eine erste Orientierung über Leistungen und Kosten geben:
Tarifbewertung
Tarif:
PGA+PGS /50, PZG
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
3.6
Günstiger Tarif
- Tagessatz max. 133€/Tag
- 10 % ab Pflegegrad 1 (entspricht 150 €)
- Beitragsfreistellung ab Pflegegrad 3
30,54 €
monatlich
Tarifbewertung
Tarif:
PZTBest03 /50 + PZTA03 /25
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
3.5
Top Preis-Leistung
- Tagessatz max. 150€/Tag
- 20 % ab Pflegegrad 1 (entspricht 300 €)
- Beitragsfreistellung ab Pflegegrad 5
55,95 €
monatlich
Tarifbewertung
Tarif:
PG-K-plus /50
Notenskala:
5.0: Volle Leistung
4.0: Gute Leistung
3.0: Ordentliche Leistung
2.0: Mäßige Leistung
1.0: Schwache Leistung
4.1
Top Leistung
- Tagessatz max. 150€/Tag
- Schon 50 % ab Pflegegrad 1 und volle Leistung ab Pflegegrad 2
- Beitragsfreistellung ab Pflegegrad 4
84,15 €
monatlich
Quelle Tarifbewertung: psponline, Februar 2026; Berechnungsgrundlage: Angestellter, 35 Jahre; Versicherungsbeginn: 01. Januar 2026; Grundlage für die Bewertung sind die Tarifbedingungen der Gesellschaften. Zu den wichtigsten Tarifmerkmalen gehören u.a., wie viel Prozent der Kosten übernommen werden, bis zu welchem Betrag die Leistungen gedeckt sind, ob andere Leistungen vorausgehen müssen und ob Besonderheiten gelten.
Was sind die besten Pflegetagegeldtarife?
Ein „bester“ Pflegetagegeldtarif lässt sich nicht pauschal bestimmen. Entscheidend ist, wie früh Leistungen einsetzen und wie hoch die Absicherung im Pflegefall ausfallen soll. In unserem Vergleich überzeugt Die Continentale mit dem umfangreichsten Schutz für einen 35-jährigen Angestellten: Sie zahlt bereits ab Pflegegrad 1 in hohem Umfang und erreicht in Pflegegrad 2 die volle Leistung, was sich allerdings in einem höheren Monatsbeitrag von rund 84 Euro widerspiegelt. Die Allianz bietet für etwa 56 Euro ein sehr ausgewogenes Verhältnis zwischen Beitrag und Leistung und ist deshalb als unser Preis-Leistungssieger bewertet.
Wer in erster Linie auf einen möglichst niedrigen Beitrag achtet, findet bei der HanseMerkur mit etwa 31 Euro monatlich einen günstigen Einstieg, muss jedoch bei Leistungsumfang und Tagessatz Abstriche machen. Damit hängt die Antwort auf die Frage nach dem besten Tarif letztlich davon ab, ob der Fokus bei Ihnen auf maximaler Leistung oder auf einem schlanken Beitrag liegt.
Pflegetagegeldversicherung: Wichtige Faktoren
Ein niedriger Beitrag allein sagt wenig über die Qualität des Schutzes aus. Vergleichen Sie Pflegetagegeldversicherungen anhand der folgenden Punkte:
- Leistung nach Pflegegrad: Wie viel Prozent des vereinbarten Tagegelds erhalten Sie in den Pflegegraden 1 bis 5?
- Ambulant und stationär: Gilt dieselbe Leistung zu Hause und im Pflegeheim oder gibt es deutliche Unterschiede?
- Anerkennung des Pflegegrads: Übernimmt der Versicherer die Entscheidung der Pflegepflichtversicherung ohne zusätzliche Untersuchung?
- Wartezeit: Beginnt der Schutz sofort oder erst nach mehreren Monaten bzw. Jahren?
- Dynamik: Kann das Tagegeld vor und während der Pflegebedürftigkeit regelmäßig steigen?
- Nachversicherung: Dürfen Sie die Leistung bei bestimmten Lebensereignissen ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen?
- Beitragsbefreiung: Ab welchem Pflegegrad müssen Sie im Leistungsfall keine Beiträge mehr zahlen?
- Geltungsbereich: Besteht der Schutz in der EU oder weltweit, wenn Sie im Ausland leben?
- Zusatzleistungen: Sind Einmalzahlung, Pflegeberatung oder Vermittlung von Pflegediensten enthalten?
- Vertragsflexibilität: Können Sie Leistung und Beitrag später reduzieren, erhöhen oder zeitweise anpassen?
Ein Test von Pflegetagegeldversicherungen kann bei der Orientierung helfen. Achten Sie aber auf das Testdatum, das zugrunde gelegte Alter, die versicherte Höhe und die bewerteten Leistungen. Ein pauschaler Testsieger unter den Pflegetagegeldversicherungen muss nicht zu Ihrem Bedarf passen.
Beratung rund um die Pflegetagegeldversicherung
Die Pflegetagegeldversicherung ist nicht die einzige Möglichkeit, privat für den Fall der Pflegebedürftigkeit vorzusorgen. Darüber hinaus gibt es noch die Pflegekostenversicherung, die Pflegerentenversicherung und den Pflege-Bahr, der staatlich gefördert wird.
|
Option |
Leistung |
Verwendung |
Typische Besonderheit |
|
Pflegetagegeldversicherung |
Fester Betrag nach Pflegegrad |
Frei verwendbar |
Flexibel; gut verständlich; Tarifdetails entscheidend |
|
Pflegekostenversicherung |
Erstattung nachgewiesener Pflegekosten |
Zweckgebunden |
Orientiert sich an Rechnungen; weniger frei |
|
Pflegerentenversicherung |
Vereinbarte Rente bei Pflegebedürftigkeit |
Frei verwendbar |
Oft teurer; kann Spar-/Garantiebestandteile enthalten |
|
Pflege-Bahr |
Staatlich gefördertes Tage-/Monatsgeld |
Frei verwendbar |
Keine Gesundheitsprüfung; begrenzte Leistung und mögliche Wartezeit |
Unsere Versicherungsexperten beraten Sie ganzheitlich rund um das Thema Absicherung für den Pflegefall und haben dabei Ihre persönliche Lebenssituation immer im Blick. Vereinbaren Sie einfach ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch.
FAQ: Pflegetagegeldversicherung
Das Pflegetagegeld sollte so hoch gewählt werden, dass es die individuelle Pflegelücke möglichst vollständig abdeckt. Entscheidend ist also, welche Pflegekosten nach den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung noch selbst getragen werden müssten und welcher Anteil davon aus eigenem Einkommen oder Vermögen finanziert werden kann.
Als Orientierung: Wer beispielsweise eine Pflegelücke von 1.500 Euro im Monat absichern möchte, benötigt bei voller Leistung ein Pflegetagegeld von etwa 50 Euro pro Tag. Bei einer Lücke von 2.000 Euro wären es rund 67 Euro täglich.
Dabei sollte nicht nur die Höhe stimmen. Wichtig ist auch, wie viel der Tarif in den einzelnen Pflegegraden auszahlt, da sich die Leistungen je nach Tarif deutlich unterscheiden können.
Wie lange der Versicherer zahlt, richtet sich nach den Bedingungen. Leistungsstarke Tarife zahlen grundsätzlich so lange, wie die versicherte Pflegebedürftigkeit besteht. Dennoch können Nachweise in bestimmten Abständen verlangt werden. Prüfen Sie auch, ob während des Leistungsbezugs weiterhin Beiträge fällig sind oder ab einem bestimmten Pflegegrad eine Beitragsbefreiung gilt.
Der räumliche Geltungsbereich ist ebenfalls tarifabhängig. Einige Verträge leisten nur bei einem gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, andere innerhalb der Europäischen Union oder weltweit. Wer im Ruhestand längere Zeit im Ausland leben möchte, sollte die Bedingungen für Wohnsitz, Pflegegradanerkennung und Leistungsnachweise ausdrücklich vergleichen.
Bei einer Pflegetagegeldversicherung können Beiträge steigen, etwa wenn sich Pflegewahrscheinlichkeit, Lebenserwartung oder Leistungsausgaben anders entwickeln als kalkuliert. Eine Beitragserhöhung ist deshalb nicht ausgeschlossen. Prüfen Sie daher gemeinsam mit Ihrem Berater vor dem Abschluss, welche Anpassungsmöglichkeiten bestehen und ob Sie die Absicherung auch langfristig bezahlen können.
Ob es Wartezeiten bei der Pflegetagegeldversicherung gibt, ist tarifabhängig. Viele Tarife leisten ohne allgemeine Wartezeit, Ausnahmen sind jedoch möglich. Beim staatlich geförderten Pflege-Bahr darf die Wartezeit höchstens fünf Jahre betragen. Bei unfallbedingter Pflegebedürftigkeit gelten besondere Regeln.
Beiträge zu einer Pflegetagegeldversicherung können grundsätzlich als sonstige Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden. Dafür gelten folgende Höchstbeträge:
- 1.900 Euro pro Jahr für Angestellte, Beamte und Personen mit steuerfreiem Arbeitgeberzuschuss oder Beihilfe
- 2.800 Euro pro Jahr für Selbstständige, die ihre Krankenversicherung vollständig selbst finanzieren
In diese Höchstbeträge fließen auch weitere Vorsorgeaufwendungen ein, beispielsweise Beiträge zur Basis-Krankenversicherung, Pflegepflichtversicherung, Arbeitslosenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung oder Privathaftpflichtversicherung.
Die Beiträge zur Basis-Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung sind zwar auch oberhalb der Höchstgrenzen vollständig absetzbar. Sind die Höchstbeträge dadurch jedoch bereits ausgeschöpft, wirkt sich die Pflegetagegeldversicherung in der Regel nicht zusätzlich steuermindernd aus. Das ist bei vielen Angestellten und Selbstständigen der Fall.
Bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren werden die jeweils geltenden Höchstbeträge zusammengerechnet. Ob und in welcher Höhe sich die Beiträge tatsächlich steuerlich auswirken, hängt daher von der persönlichen Situation ab.