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Zahnfüllungen: Komposit und Co. verdrängen Amalgam
22.04.2021 / dpa

Berlin (dpa/tmn/impuls) - Ein Loch im Zahn muss gefüllt werden. Doch was kommt rein, wenn der Bohrer oder Laser seine Arbeit getan hat? Hier hat sich in Vergangenheit viel getan. Der Klassiker der Zahnfüllungen ist jedenfalls auf dem absteigenden Ast, weil moderne Technologien auf dem Vormarsch sind.

An welchen Stellen im Mund kommt welches Material zum Einsatz?

Bei Füllungen an Front- und Eckzähnen ist Kompositkunststoff das Standardfüllungsmaterial und wird von den Krankenkassen bezahlt. Im Seitenzahnbereich kommen auch verschiedene andere Füllungswerkstoffe in Frage, unter anderem Amalgam. In diesem Bereich ist es wichtig, dass die Materialien hohe Kräfte aushalten, da dort die Kau- und Mahlzähne, die sogenannten Molaren, liegen.

Glasionomerzemente als Übergangslösung

Eine Option als Provisorium sind Glasionomerzemente. Das sind Materialien, die von ihren biologischen Eigenschaften und von der Fluorid-Abgabe sehr gut sind. Das Problem des Materials sind seine Mundbeständigkeit und Biegefestigkeit, die beide meist nicht gut genug sind. Das heißt: Glasionomerzemente brechen leicht und werden bei den bleibenden Zähnen meist nur für provisorische Füllungen, etwa in der Schwangerschaft, oder zum Füllen von Milchzähnen verwendet.

Außerdem gibt es noch spezielle Zemente und biokompatible Materialien wie Mineral Trioxid Aggregat (MTA) oder Biodentine, auf die man zurückgreift, wenn die Zahnpulpa, also das Innere des Zahns, eröffnet wurde.

Der Klassiker Amalgam

Im Seitenzahnbereich ist Amalgam nach wie vor die Standardfüllung, bei der die Gesamtkosten von der Krankenkasse getragen werden. Für ausgedehnte und schwer zugängliche Kariesdefekte in diesem Bereich, wo großer Kaudruck herrscht, gilt es laut der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) weiterhin als Mittel der Wahl.

In der Praxis ist Amalgam aber stark rückläufig. Das liegt an Fortschritten in der Kunststofftechnologie, aber auch daran, dass viele Patientinnen und Patienten aus ästhetischen Gründen kein Amalgam mehr im Mund haben wollen. Es ist gräulich-schwarz-silbern und schimmert oft gut sichtbar im Mund. Kunststoffe haben hier den Vorteil, dass sie an die individuelle Zahnfarbe angepasst werden können.

Ein weiterer Grund für den Rückgang von Amalgam ist das darin enthaltene umweltunverträgliche Quecksilber - wenngleich es keine wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, wonach Amalgamfüllungen gesundheitliche Risiken bergen.

Dennoch erhalten unter anderem Schwangere und Stillende, Kinder unter 15 Jahren und Personen mit neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose und Alzheimer keine Amalgamfüllungen mehr - als reine Vorsichtsmaßnahme.

Gesetzlich Versicherte, die keine Zahnfüllungen aus Amalgam erhalten dürfen, haben Anspruch auf eine alternative plastische Füllung, bei der sie keine private Zuzahlung leisten müssen.

Eine Alternative sind indirekte Restaurationen wie Inlays oder Teilkronen. Dafür fallen aber zusätzliche Kosten an. So müssen Kassenpatienten die Kostendifferenz zur plastischen Füllung in der Regel selbst tragen.

Experten-Empfehlung

Füllungen im Zahn müssen den permanenten Belastungen im Mund standhalten - und sie sollten idealerweise beim Lächeln nicht auffallen. Für ein Mehr an Ästhetik müssen Kassenpatienten aber meist ordentlich draufzahlen.

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