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Coronavirus: Wichtige Fragen und Antworten
10.03.2020 / dpa, impuls

Berlin (dpa), impuls - Immer deutlicher zeichnet sich auch in Deutschland ab: Aufhalten lassen wird sich Sars-CoV-2 nicht mehr. Was ist über das Virus und die von ihm verursachte Erkrankung Covid-19 bekannt? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wann und wie wird ein Coronavirus-Test durchgeführt? 

Hier gibt es klare Regelungen: Nur wer Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Patienten hatte oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat und danach Krankheitssymptome entwickelt, wird getestet.

Wer einfach nur in Italien im Urlaub war und fit ist, bei dem wird kein Test durchgeführt. Bei Patienten mit Erkältungssymptomen, die weder in einem Risikogebiet waren noch Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Erkrankten hatten, werden auch keine Tests durchgeführt.

Ob getestet wird, liegt jeweils im Ermessen des behandelnden Arztes. Ausschlaggebend sind gesundheitliche Beschwerden und die Wahrscheinlichkeit eines Kontaktes zu einer infizierten Person.

Expertentipp: Ärztlicher Rat zum Corona-Virus direkt online über die TeleClinic. Die privaten Kassen übernehmen die Kosten in vollem Umfang. Gesetzlich Versicherte sollten vorher mit ihrer Kasse Rücksprache halten wegen Kostenerstattung. 

Wer bezahlt den Test bei Covid-19-Verdacht?

Entscheidet der Arzt, dass ein Test auf Covid-19 sinnvoll ist, werden die dafür anfallenden Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse bzw. der Privaten Krankenversicherung übernommen. Hier muss aber ein begründeter Verdachtsfall vorliegen.

Wer den Abstrich beim Hausarzt einfordert, um auf Nummer sicher zu gehen – muss den Test privat bezahlen. Ein Coronavirus-Test schlägt mit ungefähr 250 Euro zu Buche und es dauert einige Tage, bis das Ergebnis vorliegt. Bei zu vielen nicht notwendigen Tests könnten aber die Untersuchungskapazitäten der Labore knapp werden.

Neue Regelung zur telefonischen Krankschreibung

Um Ärzte und Patienten zu entlasten, müssen Arbeitnehmer für eine Krankschreibung bei Erkältung nicht mehr extra zum Arzt. Auf diese Maßnahme haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband am Montag, den 09.03.2020 verständigt. Die neue Regel soll ab sofort für vorerst vier Wochen gelten.

Wer an einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege leidet, kann sich ab sofort nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt krankschreiben lassen. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) kann der Arzt für maximal sieben Tage ausstellen, ohne dass Arbeitnehmer dafür in die Praxis kommen müssen.

Die Ausnahmeregel gilt für Erkältungen oder grippale Infekte, aber nicht für Patienten mit schwerer Symptomatik. Genauso wenig fallen darunter Menschen, die Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) für einen Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 erfüllen.

Wer zahlt, wenn ich tatsächlich am Corona-Virus erkranke?

Arbeitnehmer haben – wie bei jeder anderen Erkrankung, die ärztlich festgestellt wird - Anspruch auf sechs Wochen Lohnfortzahlung. Im Anschluss daran gibt es Krankengeld oder Krankentagegeld, sofern eine entsprechende Absicherung getroffen wurde.

Expertentipp: Selbständige oder Freiberufler erhalten Krankengeld bzw. Krankentagegeld – je nachdem, welche persönliche Absicherung besteht. Checken Sie sicherheitshalber Ihre persönliche Tarifsituation und überprüfen Sie die Höhe ihrer Krankentagegeldabsicherung. 

Wenn Kindergarten und Schule schließen

Die Kinderbetreuung ist Privatsache. Gut, wer auf ein Netzwerk aus Verwandten, Nachbarn oder Freunden zugreifen kann. Für alle anderen kann Urlaub, Überstunden-Abbau oder unbezahlter Urlaub eine Lösung sein.

Wie schütze ich mich und andere?

Wie bei allen infektiösen Atemwegserkrankungen gelten die allgemeinen Hygiene-Empfehlungen. Wichtig ist, sich mehrmals täglich gründlich die Hände zu waschen. Sie sollten nicht in die Hand husten oder niesen, sondern in den Ellenbogen bzw. ein Taschentuch verwenden. Taschentücher gleich in einem geschlossenen Mülleimer entsorgen und möglichst 3-mal täglich 5-10 Minuten stoßlüften.

Ich habe eine Reise in ein Risikogebiet gebucht. Kann ich einfach von der Reise zurücktreten?

Leider nein. Auch eine Warnung des Auswärtigen Amtes stellt kein versichertes Ereignis dar. Wenden Sie sich bei einer Pauschalreise an Ihren Reiseveranstalter bzw. bei einer Bausteinreise an die jeweiligen Leistungsträger. Oft sind diese kulant und Sie können umbuchen. Wenn Sie die Reise auf keinen Fall antreten wollen, fallen die vereinbarten Stornogebühren an. 

Di
e Reise-Rücktrittsversicherung schützt Sie nur, wenn Sie wegen einer unerwarteten und schweren Erkrankung von Ihrer Reise zurücktreten müssen. Die Angst vor einer Erkrankung stellt keinen Grund dar.

Was passiert, wenn ich im Ausland an Covid-19 erkranke?

Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist immer wichtig! Sie kommt für alle Kosten auf, die die gesetzliche Krankenversicherung im Ausland nicht trägt – beispielsweise auch den Rücktransport nach Hause.

Aber auch bei privat Versicherten kann eine Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll sein, um z.B. eine mögliche Beitragsrückerstattung in der Vollversicherung nicht zu gefährden, oder den Selbstbehalt im Vollversicherungstarif nicht zahlen zu müssen.

Selbstverständlich greift die Auslandsreisekrankenversicherung auch bei einer Behandlung im Ausland wegen einer Corona-Infektion.

Wo erhalte ich wichtige Informationen für Reisende?

Aufgrund der weltweiten Ausbreitung der Atemwegserkrankung COVID-19 sollten Sie mit verstärkten Einreisekontrollen, Gesundheitsprüfungen inklusive Temperaturmessungen sowie Auftreten von Krankheitsfällen im Land bis hin zu Quarantänemaßnahmen und Einreisesperren rechnen.

Das Auswärtige Amt gibt auf einer eigens eingerichteten Internetseite aktuelle Empfehlungen für Auslandsreisen unter: 
Coronavirus / Covid-19: Informationen für Reisende


Was ist, wenn ich meinen Betrieb im Falle einer Quarantäne schließen muss?

Eine Praxisausfallversicherung bietet Schutz für Ärzte und Freiberufler, sofern der Geschäftsbetrieb wegen Quarantäne eingestellt werden muss.

Eine Betriebsschließungsversicherung greift, wenn der Betrieb wegen einer Seuche nach dem Infektionsschutzgesetz geschlossen werden muss. Diese spezielle Absicherung gibt es aber nur für das Hotel- und Gaststättengewerbe und für Betriebe aus der Lebensmittelverarbeitung.

Stellt die Regierung eine bestimmte Region unter Quarantäne, und Sie müssen aus diesem Grund Ihren Betrieb schließen, liegt kein Versicherungsfall vor. Die Quarantäne-Maßnahmen müssen explizit den Betrieb bzw. die versicherte Person betreffen.

Expertentipp: Da der Covid-19 Ausbruch in Deutschland bereits bestätigt ist, nehmen die meisten Versicherer aktuell keine neuen Anträge für die genannten Versicherungen entgegen. Für bestimmte Betriebsarten existieren allerdings noch Lösungen. Ihr Berater informiert Sie gerne!



Die wichtigsten Behörden mit tagesaktuellen Meldungen und Telefonnummern:

Bundesgesundheitsministerium

Robert-Koch-Institut

- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

- Einheitliche Behördennummer: 115

- Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800 011 77 22

- Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100


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