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  • Versicherungen
Durchschnittlicher Krankenkassenbeitrag steigt ab 2020 leicht
12.11.2019 / dpa

Berlin (dpa) - Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen sich
auf steigende Krankenkassenbeiträge einstellen.

Steigende Kosten treiben den Geldbedarf der Krankenkassen in die Höhe - also könnten die Beiträge steigen. Doch auch auf ihre teils hohen Rücklagen dürften die Kassen zurückgreifen. Was das für Versicherte bedeutet, unterscheidet sich von Kasse zu Kasse.

Die Höhe des Zusatzbeitrags wird jährlich neu festgelegt

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wird im kommenden Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent angehoben, wie das  Bundesgesundheitsministerium nun mitteilte. Grund dafür: Die Ausgaben steigen stärker als die Einnahmen.

Allerdings legt jede Krankenkasse selbst fest, wie hoch ihr tatsächlicher Zusatzbeitrag ausfällt. Auch Beitragssenkungen seien bei Kassen mit hohen Finanzreserven möglich, betonte das Ministerium. Die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrags wird jährlich neu festgelegt und spiegelt als Orientierungsgröße den Finanzbedarf der Kassen insgesamt wieder.

Ausgaben der Kassen steigen

Gründe für wachsende Ausgaben sind laut Ministerium Verbesserungen in der Versorgung, medizinischer Fortschritt und das steigende Lebensalter der Menschen. Allerdings seien die Finanzreserven in den vergangenen Jahren auf über 20 Milliarden Euro gestiegen. Mehr als die Hälfte der Kassen verfüge über Betriebsmittel und Rücklagen, die höher sind als die Ausgaben eines Monats. In diesem Fall dürfen sie ihre Zusatzbeiträge nicht anheben. Einige Kassen, deren Finanzreserven deutlich über eine Grenze von einer Monatsausgabe hinausgehen, müssen diese ab 2020 innerhalb der kommenden drei Jahre schrittweise abbauen.

Kassen haben Reserven angespart

Errechnet wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf Basis einer offiziellen Schätzung. Die Einnahmen des Gesundheitsfonds sollen im kommenden Jahr demnach bei 240,2 Milliarden Euro liegen - die Ausgaben der Kassen bei rund 256,8 Milliarden Euro.

Die gesetzlichen Kassen haben inzwischen beträchtliche Reserven angespart. Allein von 2015 bis 2019 legten die Gesamtreserven von 14,5 Milliarden auf 21,2 Milliarden Euro zu. Ob der Gesamtbeitrag also tatsächlich steigt oder eher fällt, hängt von der Finanzlage jeder einzelnen Krankenkasse ab.

Seit 1. Januar 2019 teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowohl den variablen Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung als auch den allgemeinen, festen Beitrag von 14,6 Prozent je zur Hälfte. Davor mussten die Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag alleine schultern.

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