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DAK-Umfrage: Wenig Bereitschaft zum «Online-Fasten»
08.02.2016 / dpa

Hamburg (dpa) - Lieber leben viele Deutsche eine Zeit lang ohne Alkohol als ohne Internet. In der Fastenzeit mehrere Wochen auf ein bestimmtes Genussmittel oder Konsumgut zu verzichten - das hält laut einer Umfrage jeder zweite Deutsche für sinnvoll.

Bier, Wein oder Schokolade glauben die meisten entbehren zu können, wie eine repräsentative Forsa-Studie für die DAK-Gesundheit ergab. Dagegen findet das sogenannte Online-Fasten, also das Abschalten von Smartphone und Computer in der Freizeit, nur bei jedem fünften Fastenwilligen Anklang.

Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gab an, sie hätten schon mal längere Zeit aus gesundheitlichen Gründen Verzicht geübt. Von diesen grundsätzlich zum Fasten bereiten Menschen könnten 67 Prozent am ehesten ohne Alkohol und 66 Prozent ohne Süßigkeiten auskommen. Kein Fleisch zu essen, kommt für 38 Prozent in Frage. Den Fernseher abschalten oder das Rauchen vorübergehend sein lassen würde jeder Dritte (33 bzw. 32 Prozent). Ein Verzicht auf Computer und Internet ist nur für 21 Prozent vorstellbar. Das Auto würden lediglich 15 Prozent stehen lassen, wie aus den am Montag in Hamburg veröffentlichten Umfrageergebnissen hervorgeht.

Sich aus der Online-Vernetzung zu lösen, scheint immer mehr Menschen schwerzufallen. Die DAK lässt in ihrer jährlichen Umfrage seit 2014 danach fragen. Damals gaben noch 31 Prozent an, am ehesten auf private Computer- und Internetnutzung verzichten zu können. Vor einem Jahr bekundeten 27 Prozent diese Bereitschaft.

Auch das Alter spielt bei dieser Frage eine Rolle. Nur zwölf Prozent der unter 30-jährigen Fastenwilligen wären bereit, Handy, Computer oder Spielkonsole über mehrere Wochen offline zu schalten. Bei den Älteren zwischen 45 bis 59 steigt dieser Anteil auf 25 Prozent.

Als Motiv für die Bereitschaft zum Computer- und Internetverzicht gaben die Befragten vor allem an, sie wollten weniger Stress und sich mehr mit Freunden oder Verwandten treffen. «Wir beobachten hier einen wahren Generationenunterschied», sagte der DAK-Suchtexperte Ralf Kremer. «Die Generation 45 plus hat anscheinend ein starkes Bedürfnis, auch mal abzuschalten.»

Pressemitteilungen der DAK-Gesundheit

Die Fragen lauteten:

«Ist Fasten sinnvoll? - Es finden den über mehrere Wochen andauernden gezielten Verzicht auf ein bestimmtes Genussmittel oder Konsumgut

aus gesundheitlicher Sicht sehr sinnvoll / sinnvoll / weniger

sinnvoll / überhaupt nicht sinnvoll»

«Bisheriger Verzicht auf Genussmittel oder Konsumgüter:

Es haben bereits für mehrere Wochen auf ein bestimmtes Genussmittel

oder Konsumgut verzichtet ja schon öfters / ja schon einmal / nein, noch nie; möchte es aber unbedingt mal probieren / nein, noch nie; könnte es mir aber durchaus vorstellen / nein, noch nie; das käme für mich auch nicht in Frage»

«Genussmittel oder Konsumgüter, auf die am ehesten verzichtet würde:

Beim Fasten würde man am ehesten verzichtet wollen auf...

Alkohol / Süßigkeiten / Fleisch / Fernsehen / Rauchen / private Internet-/Computer-Nutzung»

«Gründe für den Verzicht auf Internet, Computer und ähnliches:

Dass sie aus diesen Gründen einmal eine Zeit lang auf Computer, Internet, Smartphone, Spielekonsolen und ähnliches verzichten würde, trifft zu - voll und ganz / eher / eher nicht / gar nicht»

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