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Gesundheitsexperten warnen: Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung werden sich verdoppeln

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Vorsicht Kostenexplosion! Neuen Experten-Prognosen zufolge soll das teuerste Gesundheitssystem der Welt bald noch teurer werden. Auf deutsche Durchschnittsverdiener könnte innerhalb der kommenden vier Jahre ein Zusatzbeitrag von mehr als 50 Euro im Monat zukommen. Damit würden sich die Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung mehr als verdoppeln. Die Bürger reagieren auf diese Hiobsbotschaft mit Unverständnis. Denn bereits 2016 haben viele Krankenkassen die Zusatzbeiträge angehoben.

Ursache schwächelndes Gesundheitssystem

Der Grund für die drastischen Beitragssteigerungen liegt in der Finanzstruktur der Krankenkassen und den steigenden Gesundheitskosten begründet. Trotz vieler Reformen in jüngster Zeit steigen die Ausgaben mehr als die Einnahmen – damit fehlt den Krankenkassen Geld. Schuld daran ist unter anderem der demografische Wandel. So gibt es immer mehr ältere Menschen, die entsprechend medizinisch versorgt werden müssen. Zudem sind neue innovative Medikamente, Therapien oder Gerätschaften kostspielig. Weitere Kostensteigerungen sind bereits absehbar: So werden unter anderem die Krankenhausreform (mehr Geld für Pflegekräfte), das Präventionsgesetz (für betrieblichesZusatzbeiträge Gesundheitsmanagement) und die aktuelle Flüchtlingskrise die Ausgaben weiter nach oben schnellen lassen. Zwar erhalten die Krankenkassen pro versicherte Person Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Dieser kann die gestiegenen Kosten jedoch nicht mehr auffangen. In der Folge fordern die Krankenkassen die Differenz von den Versicherten im Rahmen von Zusatzbeiträgen ein. Im vergangenen Jahr betrug die Lücke mehr als eine Milliarde Euro. Es zeigt sich also: an der Misere des deutschen Gesundheitssystems hat sich bislang nicht viel geändert – es krankt nach wie vor.

Ökonomen und Opposition fordern ein Umlenken

Die Debatte um die Zukunft des Gesundheitswesens in Deutschland ist damit wieder voll entbrannt. Viele sind sich einig: Eine Reform muss her. So spricht sich beispielsweise die SPD dafür aus, dass die Finanzierung wieder je zur Hälfte durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen werden soll. Derzeit tragen die Arbeitnehmer die Zusatzbeiträge allein. Auch eine allgemeine Bürgerversicherung könnte nach Ansicht von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ein Mittel sein, um eine Ungerechtigkeit bei den Beiträgen zu verhindern. Ökonomen wie Günter Neubauer vom Institut für Gesundheitsökonomik in München halten hingegen das Anheben der Beitragsbemessungsgrenze – das ist der derzeitige Wert, welcher den zu zahlenden Höchstbeitrag in der gesetzlichen Kasse regelt – für denkbar. Das Ergebnis wären zusätzliche Einnahmen durch Besserverdienende.

Für welche Lösung auch immer man sich am Ende entscheidet – im Sinne der Bürger wäre wohl eine langfristige Lösung, die verhindert, dass die Zusatzbeiträge schneller steigen als die Einkommen und somit zur Belastung werden, grundsätzlich anzustreben.

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